Zeitenwende – schon wieder

Heute Nacht beginnt das Jahr 2023 und man ist – wie jedes Jahr – geneigt, die üblichen Phrasen und Rituale abzuspulen. Rückblick, Ausblick, es war einmal und alles wird besser. In Wahrheit ist das natürlich subjektiv. Für uns wird es aber gewiss nicht besser. Für uns, für jene also, für die Heimat, Volk, Werte und dergleichen noch bedeutsame Begriffe sind. Die anderen werden die Probleme nicht so sehen wie wir. Weil es für sie keine Probleme sind. Vielleicht, weil diese Probleme für sie nicht lebensentscheidend sind oder nicht so scheinen. Für andere, weil es ihnen schlicht egal ist, was aus ihrer Heimat wird. 

In diesem Jahr hatte ich erstmals ernsthafte „Schwarzpillenphasen“. Nicht aber, weil alles schlechter wird. Solange man von seinem Tun überzeugt ist, sind der Kampf und die Entbehrungen erträglich. Ich will nicht jammern. Aber über 25 Jahren in der politischen Totalopposition können hin und wieder doch schlauchen. Aber das ist, wie gesagt, nicht das Problem. Das sind kurze Phasen, man trinkt einen Kaffee und dann geht es weiter. Was zunehmend öfter zermürbend ist, sind jene, für die man das tut oder glaubt tun zu müssen. Menschen, die nicht sehen können oder wollen, dass ihnen von einer skrupellosen Clique die Lebensgrundlage entrissen wird. Dass sie versklavt, enteignet, gedemütigt und in ihrer Existenz bedroht werden. Ja, das war auch vorher schon schon, ich weiß. Und das war mir auch vorher schon bewußt. Und natürlich war mir auch schon vorher klar, dass es mitunter eine romantische und womöglich naive Sichtweise ist, sich für sein Volk in den Kampf zu werfen, wo dieses Volk in der Masse nicht weiß, was um es herum geschieht. Und das auch gar nicht wissen will, solange es Bier und Fußball gibt. Mit Corona, dem Krieg in Europa, der Inflation und vielen weiteren Problemen unserer Zeit wurde mein Optimismus aber arg auf die Probe gestellt. Ich bin nicht vom Glauben und der Zuversicht abgefallen, keine Sorge. Aber der Blick auf die Dinge wird sich ein wenig verändern. Ja, es waren immer wenige, die Veränderungen bewirkt haben und nicht das Volk in seiner Gesamtheit. Ich weiß das alles. Dennoch fragt man sich hin und wieder und in kürzeren Abständen, für wen man das überhaupt tut. Für sich selbst? Für die Familie, die Sippe, das Volk? Denn schließlich unterstelle ich jedem, auch dem politischen Gegner, zunächst mal, dass er aus edlen Motiven handelt und davon überzeugt ist, das Richtige zu wollen; von einigen bösartigen Subjekten abgesehen. 

Jetzt aber das, was mich positiv stimmt: Alles wird gut! Wir haben gar keine andere Wahl, als alles zu tun, was uns möglich und sinnvoll scheint. Wenn das Schicksal unseren Untergang vorgesehen hat, dann wird es so sein. Das wissen wir aber nicht. Und rausfinden können wir es nur, indem wir alles menschenmögliche unternehmen, um diesen Untergang zu vereiteln. Diese Aufgabe fällt aber nicht irgend einem Vorsitzenden, einer Partei oder einer wie auch immer gearteten Gruppe zu. Diese Aufgabe obliegt jedem Einzelnen von uns. Jeder muss sich selbst hinterfragen, ob er Teil des Problems und der Lethargie ist, oder ob er Teil der Lösung und des Lebens sein will. Mein Wille und meine Lebenskraft sind auf jeden Fall ungebrochen. Und so werde ich auch in das neue Jahr starten. Mit Zuversicht und dem Willen zur Veränderung!

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen einen guten Start ins neue Jahr, Glück, Erfolg und Gesundheit!

Glück auf!

1 Kommentar

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Herr Franz –
Sie haben im vergangenen Jahr mal gesagt, es gebe immer was zu retten.
Das fand ich sehr schön, und daran müssen wir uns halten.
Was bleibt uns auch anderes übrig?
Es gibt keine Alternative zur Hoffnung auf die Umkehr des Wahnsinns, der seit Jahrzehnten unser Land, unsere Kultur und unsere Zukunft zerstört.

Ja, es wird von Tag zu Tag unerträglicher mitanzusehen, mit welcher Geschwindigkeit unsere Lebensgrundlage zur reinen Existenzgrundlage verkommt.
Auf der einen Seite erleben wir den rapiden Zerfall unserer Kultur, unseres Wohlstandes und unserer Identität.
Auf der anderen Seite sehen wir die bizarren medialen Begeisterungsstürme angesichts einer Bevölkerung, die sich selbst bald nicht wiedererkennt.
Die Dissonanz könnte nicht größer sein. Dazu kommt die quälende Ohnmacht, die daher rührt, den Geschehnissen wie ein unbeteiligter Dritter zusehen zu müssen. Gerade nach so vielen Jahren des aktiven Handelns, wie in Ihrem Fall.

Wer offen ausspricht was sich ändern muß, wird selbst von Menschen stigmatisiert, die ihm in der Sache eigentlich zustimmen. Zu groß sind die antrainierten Reflexe gegenüber denen, die für ihr eigenes Volk eintreten. Es ist surreal.
Vom Diskurs sind wir längst ausgeschlossen, wer ihn dennoch mit uns sucht, wird seinerseits ausgegrenzt und stigmatisiert.
Es ist das Gefühl des kollektiven Irrsinns und der Machtlosigkeit, das den Patrioten an den Rande des Wahnsinns und des Aufgebenwollens treibt.

Ich stelle mir jeden Tag die Frage, wie es dazu kommen konnte, daß Medien- und Kulturbetriebe sowie Bildungsstätten im gesamten Westen sich schwarmgleich nach dem kulturmarxistischen Zeitgeist ausrichten.
Das bunte Narrenschiff, vor dem FJ Strauß gewarnt hat, ist in voller Fahrt, es nennt sich heute Wokeness und Cancel Culture.
Es ist verblüffend wie erfolgreich seine Akteure gleich einer Klimaanlage fast die gesamte Öffentlichkeit auf die selbe Temperatur bringen.

Manch einer sieht darin einen „großen Plan“, der von unsichtbaren Mächten erdacht wurde und orchestriert wird. Ich sehe darin eine freiwillige Unterordnung gegenüber dem was von den meisten Menschen als moderner Zeitgeist empfunden wird. Man will nicht ausgegrenzt werden und paßt sich an. Auch gegen seine eigenen Überzeugungen. Sehr viele Menschen hinterfragen nichts. Nicht wenn Profit, Sozialstatus und persönliche Eitelkeiten auf dem Spiel stehen.
Der perfekte mediale Sturm gibt vielen „woken“ Akteuren die Gewissheit, das Richtige zu tun. Selbst dann noch wenn einige körperliche Gewalt gegen Andersdenkende anwenden.

Warum bestimmen den Zeitgeist nicht wieder diejenigen, die pro-Deutschland und pro-Europa sind? Woher kommt der „Nationalmasochismus“, die Lust daran das eigene Nest nicht nur zu beschmutzen sondern es gleich ganz kaputtzumachen?
Man fragt sich was passieren müßte um die Verhältnisse wieder zu drehen. Und fühlt sich als Frevler bei dem Gedanken, daß einzig eine verheerende Krise eine kritische Masse an Menschen zum Handeln bewegen wird. Zumal nicht klar ist, wer anschließend das Paradies aus den Trümmern stampfen soll.

Aber-
Wir müssen uns als Rechte und Nationale immer im Klaren sein, daß ein großer Unterschied besteht zwischen der öffentlichen Meinung und der veröffentlichten.
Ein Blick in die Kommentarspalten großer – sogar einiger „linksliberaler“ – Zeitungen zeigt, daß wir mit unserer Forderung, Europas nationale Identitäten zu wahren, keine verabscheute Minderheitenmeinung vertreten, sondern die Meinung einer schweigenden Mehrheit.

Die Mehrheit der Deutschen ist zweifelsohne lethargisch, weicht der Konfrontation lieber aus – hat aber prinzipiell immer noch ein gesundes Gespür für Richtig und Falsch. Davon bin ich überzeugt.
Das von den Leitmedien erzeugte Stimmungsbild ist nicht deckungsgleich mit dem was die meisten Deutschen im Stillen denken. Die Übermacht des erzeugten Meinungsklimas, sowie ein jahrzehntelang antrainierter Schuldkult, verhindern aber, daß sich Deutsche in kritischer Zahl aktiv gegen den linken Zeitgeist stellen.
Ich bin davon überzeugt, daß es machbar ist, diese kritische Zahl zu erreichen.

Ich haben Respekt vor jedem, der dieses Land, seine Kultur und seine Werte nicht aufgegeben hat.
Noch mehr Respekt habe ich vor Menschen, die offen mit ihrem Gesicht für diese Sache eintreten und dafür oft ihr bürgerliches Leben und ihre gesellschaftliche Anschlußfähigkeit aufgegeben haben.
Deshalb, Herr Franz, bitte ich Sie, optimistisch zu bleiben, als Meinungsmultiplikator, bzw. „Influencer“ sind Sie nicht zu ersetzen.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie ein frohes, gesundes und optimistisches Jahr 2023.

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