Film: Volksstaat statt Staatsvolk! Kritische Auseinandersetzung mit dem AfD-Text zum Staatsvolk

In dem aktuellen Beitrag ging es mir nicht darum, die AfD frontal anzugreifen. Trotzdem wollte ich die Problematik herausarbeiten und zeigen, worin ein ganz wesentlicher Unterschied zwischen uns und der AfD liegt. Ich will auch nochmal betonen, dass ich durchaus zwischen respektablen AfD-Mitgliedern und dem mehrheitlich systemkonformen Bundesvorstand unterscheide. Insofern haben es nicht alle Mitglieder der AfD verdient, beschimpft zu werden. Beim Vorstand hingegen bin ich mir sicher, dass er nicht das deutsche Volk, sondern am goldenen Tisch mit den Altparteien sitzen will. Ich wollte mich dennoch ein wenig zurückhaltend äußern, damit auch gutwillige AfD-Mitglieder nicht aus Gründen der Parteiloyalität erbost abschalten, sondern zuhören.

Was die AfD in ihrem Text “Staatsvolk” beschreibt, funktioniert nur dann so, wenn Einbürgerungen quantitativ und qualitativ begrenzt werden und die deutsche Staatsbürgerschaft nicht massenhaft verschenkt wird. Für viele ist das unwesentlich. Aber es ist der Kern des Themas: Durch die Annahme der Staatsbürgerschaft ändert sich die Abstammung nicht. Ein Ausländer kann deutscher Staatsbürger werden. Er ändert dadurch aber seine Herkunft nicht. Das ist keine Aussage, die eine Wertigkeit impliziert, sondern eine schlichte Tatsache. Das macht diesen Menschen nicht besser und nicht schlechter.

Durch den von der AfD gebrauchten Begriff Staatsvolk, der auch völkerrechtlich Verwendung findet, wird suggeriert, dass dieses Volk die Abstammungsgemeinschaft sei. Das ist aber nicht so. Der passendere Begriff wäre die Staatsgesellschaft. Ein Volk ist etwas gewachsenes. Der Begriff Volk wird schon aufgrund der unexakten Übersetzung problematisch. Wir verstehen unter Volk die Abstammungsgemeinschaft, während das englische People nicht darauf begrenzt ist, sofern wir Begriffsumdeutungen außer Acht lassen.

2 Kommentare

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Sehr geehrter Herr Franz,

Ich habe das Video dazu gesehen. Ich bin beeindruckt. Da hätte ich aber auch eine Frage die mir durch den Kopf geht.

Kann auch ein Mensch mit Migrationshintergrund Teil des deutschen Volkes oder NPD-Mitglied sein?
Ich selber bin in Deutschland geboren und aufgewachsen. Meine Eltern kommen aus Polen. Aber der Großvater meiner Mutter wiederum kommt aus Deutschland. Wie würden Sie mich einordnen wenn ich fragen darf?

Über eine Antwort würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Dennis Migdal

Hallo Herr Midgal,

das ist – wie gesagt – auch eine Frage der Begriffsdefinition. Ansonsten geht die Antwort aus dem Film hervor. Wer ethnisch gesehen anderer Abstammung ist, kann nicht – durch was auch immer – plötzlich Deutscher bzw. Mitteleuropäer werden. Wie sollte das auch gehen? Er wird mit einer ethnischen Anlage geboren und wird auch damit sterben. Seine Nachkommen können jedoch – wie man so schön sagt – in einem anderen Volk aufgehen. Die heutigen “Bio-Deutschen” sind ja auch nicht zu Beginn der Menschheit so wie sie jetzt sind da gewesen. Auch unser Volk ist im Laufe der Menschheitsgeschichte entstanden und gewachsen. Auch in unserem heutigen Volk stecken die Nachfahren von Einwanderern. Und dieser Prozess des Werdens ist es auch, der durch Einbürgerung nicht ersetzt oder kompensiert werden kann. Insofern wird jemand anderer Abstammung zeit seines Lebens nicht unser ethnisches oder völkisches Erbe teilen können.

Die Frage ist, ob das bedeutsam ist. Für uns ist das deshalb von Bedeutung, weil das Volk ein gewachsener und bewahrenswerter Körper ist. Was uns auszeichnet, ist liebenswert. Unsere Erscheinung, unsere Sprache, unsere Kulturen, Traditionen, unsere Mentalität usw. unterscheidet sich von den Wesensarten und Merkmalen anderer Völker. Und was uns auszeichnet, halten wir für wertvoll. Wir möchten nicht in einem Einheitsbrei aufgehen. Das heißt aber nicht, dass wir das als Wertigkeiten betrachten. Es geht uns nicht darum, dass andere mehr oder weniger bedeutsam wären. Es geht um das Faktum der Andersartigkeit bzw. der Einzigartigkeit der Völker. Auch andere Völker haben ihre Genese hinter sich.

Und wenn ich schreibe, dass wir als Volk gewachsen sind, dann können natürlich auch die Nachkommen eines Einwanderers in unser Volk hineinwachsen bzw. in ihm aufgehen, sodass sie irgendwann auch ethnisch Teil unseres Volkes sind. Das ist aber kein Verwaltungsakt oder etwas, was mit einem Sprachtest erledigt wird.

Ich möchte das auch gar nicht allzu wissenschaftlich aufladen. Ich gehe einfach davon aus, dass meine Sichtweise nachvollzogen werden kann. In Ihrem konkreten Fall gäbe es da mit Sicherheit gar keine Probleme. Ich sehe zumindest keines. Ob jemandes Vorfahren, in Frankreich, Griechenland oder Polen zu suchen sind, ist gewiss nicht unser drängendstes Problem.

Ausländer können Fördermitglied der NPD werden. Deutsche können einen Antrag einreichen. Der Ablauf ist dann so, dass zunächst der örtliche Kreisverband und dann der zuständige Landesvorstand über die Aufnahme entscheidet. Danach kommt der Antrag in die Parteizentrale, wo er nur noch als Verwaltungsakt bearbeitet wird.

Beste Grüße
FF

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